Woher ich das weiß? Ganz einfach. Man muss der Jugend einfach nur mal zuhören. Dann erzählt sie dir ganz von selbst von ihren Zielen. So geschehen als ich neulich auf dem Heimweg vom Büro war. Da kamen mir zwei Jungs entgegen. Zugegeben, auf den ersten Blick hätte man sie leichtfertig in eine dieser Schubladen einordnen können. Äußerlich passten sie auch in ein typisches Gangster-Rap-Video. Die Cap des einen saß absurd schief auf seinem Kopf, weder modisch noch chic, eher lächerlich, aber das ist Geschmacksache. Die Stimmen schon von fern laut zu hören, wenn auch nicht zu verstehen. Auschweifende Gesten mit Armen und Händen, was wiederum an ein Rap- oder Hip-Hop-Video erinnerte. Als wir uns einander näherten erwartete ich vielleicht ein rythmisches »Jo, Mann« oder »Digger« zu hören. Doch mitnichten. Im Vorbeigehen erwischte ich ein nur einen Satz in miserablem Deutsch: »Ich will den Typen kaltmachen, das ist mein Ziel, Alter.« Mit einem leichten Schmunzeln und voller Zufriedenheit ging ich weiter meines Weges. Die deutsche Jugend hat also doch noch Ziele.